Folge: 64: Japans Umgang mit dem Coronavirus

In der neusten Folge Rolling Sushi sind Benks, Matz und Micha dabei, um über die aktuelle Lage in Japan zu sprechen. Viel hat sich dabei getan in den letzten Tagen, sogar so viel, dass wir zwischen der Aufnahme und der heutigen Veröffentlichung sogar korrigieren mussten. Seit Dienstag herrscht in Japan aufgrund der Coronavirus-Pandemie der Ausnahmezustand.

Der Notstand gilt allerdings nur für Tokyo und sechs weitere Präfekturen. Im Rest des Landes geht es so weiter als zuvor. Dazu kommt noch, dass es trotz der drastischen Maßnahmen keine Strafen bei Verstößen gibt. Viel zu ändern scheint sich mit dem Ausrufen des Ausnahmezustands demnach nicht.

Nur langsam wird den Menschen der Ernst der Lage bewusst

Doch nicht nur das verursacht bei uns verbales Kopfschütteln. Obwohl die Zahl der Infizierten in Japan weiter steigt, haben viele Schulen im Land zumindest für die Eröffnungszeremonien zum neuen Schuljahr die Türen wieder geöffnet, nur um sie gleich wieder zu schließen. Viele Schulen sollen weiterhin geschlossen bleiben. Andere haben hingegen keine Bedenken den Betrieb wieder aufzunehmen.

Aufgrund der rasant steigenden Zahl an Neuinfizierten, sind die Krankenhäuser in Alarmbereitschaft. Es wird befürchtet, dass die Betten bei langen nicht ausreichen. Deswegen ruft die Regierung Kommunalverwaltungen auf Hotels anzumieten und auf die Aufnahme von Patienten mit leichten Symptomen vorzubereiten. Auch das Olympische Dorf in Tokyo sei wohl als temporäres Krankenhaus im Gespräch.

In der Zwischenzeit schließen viele Geschäfte selbstständig, da sich die Lage immer mehr verschärft. Die japanische Post hat zwar noch offen, nimmt jedoch überwiegend keine internationale Post mehr an. Wie ernst die Lage ist, haben viele Menschen im Land nun erst mit dem Tod des berühmten Komikers Ken Shimura gemerkt, der an den Folgen einer Covid-19 Infektion verstorben ist.

Mittlerweile hat auch die Regierung eingesehen, dass sie den Menschen helfen müssen, da der Zustand für Schwierigkeiten sorgt. Zum einen ist ein finanzielles Hilfspaket in Arbeit, das jedoch nur für Familien ist. Wirklich verwundert sind wir dabei nicht, dass mehrere Gruppen, den es besonders schlecht geht, einfach vergessen werden. Aber genau diese Ignoranz konnte vermutlich Japan stark schaden.

Hoffnung auf ein schnelles Ende der Pandemie

Doch nicht nur das Paket sorgt für Unmut. Es sollen gleichermaßen wiederverwendbar Masken an 50 Millionen Haushalte verteilt werden. Allerdings nur zwei pro Haushalt, was bei den meisten Familien nicht wirklich das Problem löst. Ausländer und Touristen haben ebenfalls mit den Maßnahmen zu kämpfen.

Sie sorgen für eine komplett überlastete Einwanderungsbehörde, da sie ihr Visum verlängern müssen oder nach Hause wollen. Die USA fordern mittlerweile Bürger auf aus Japan schnellstmöglich zurückzureisen. Personen aus anderen Ländern, die aufgrund der weltweiten Einreiseverschärfungen nicht mehr nach Hause können hilft ein Hotel in Kanzawa, wo sie ein kostenloses Zimmer bekommen.

Das nicht alles in der Krise so düster ist und dass es noch positive Dinge gibt, zeigt auch ein Yokai. Der fischartige Amabie soll Hoffnung machen und Menschen teilen verschieden Versionen von dem Yokai, um ein schnelles Ende der Pandemie zu wünschen. Ein Wunsch den viele Menschen wohl weltweit mit den Japanern teilen.

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